Meilensteine sozialdiakonischen Wirkens im Rems-Murr-Kreis 1945 bis heute

Die Diakonie der Evangelischen Kirchenbezirke im Rems-Murr-Kreis kann auf eine 75jährige Geschichte zurückblicken und gibt auch heute zeitgemäße Antworten auf die Sorgen und Nöte der Menschen.

1945

Evangelisches Hilfswerks als Reaktion auf die Nöte der Zeit

1970

Fusion von innerer Mission und Evangelischem Hilfswerk

1978

Eröffnung der ersten Suchtberatungsstelle

1979

Start Essen auf Rädern in Waiblingen

1981

Diakoniegesetz

1982

Förderung als Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen

1988

Eröffnung des Sozialpsychiatrischen Dienstes

1988

Schwerpunkt Warmauslieferung

1990

Osteuropäische Aussiedler

1993

Trauerarbeit

1999

Eröffnung der Tagesstätte TABEA

1999

Einrichtung Konsiliardienst

2002

Erweiterung der Angebote

2003

Ambulante Rehabilitation Sucht

2004

JGW wird JMD

2005

Einführung von Hartz IV

2005

Einrichtung Liaisondienst

2005

Beginn der Schuldnerberatung in Schorndorf

2007

Kuren für Mütter und Väter sind Pflichtleistungen

2007

Einbindung Ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Schuldnerberatung

2008

Gründung des Kreisdiakonieverbandes Rems-Murr-Kreis

2009

Beginn offensiv intensiver Projektarbeit beider JMD

2011

Wechsel in der Geschäftsführung

2011

Anerkennung als "geeignete Stelle"

2011

Wegfall der Wehrpflicht

2012

Onlineberatung

2014

Dienststellen in Backnang und Schorndorf an neuem Standort

2015

Einstieg in die Flüchtlingshilfe

2016

Der Krisen-, Klärungs- und Vermittlungsdienst startet

2016

Aufbau der kirchlichen Flüchtlingshilfe

2017

Kooperation/Übernahme der Kommunalen Schuldnerberatungen

2018

Leitbild wird verabschiedet

2018

Übernahme des Integationsmanagements

2018

Eröffnung des Neubaus „Forum Diakonie Kirche“ in Waiblingen

2020

Schaffung des Fachbereiches Migration und Flüchtlingshilfe

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Evangelisches Hilfswerks als Reaktion auf die Nöte der Zeit

Ende August 1945 wurde das Evangelische Hilfswerk auf der Kirchenführerkonferenz von Treysa gegründet. Leitgedanke war die Linderung der Nachkriegsnöte nicht nur durch die Verteilung ausländischer Spenden, sondern auch durch Selbsthilfemaßnahmen der Kirchengemeinden.

Die geflüchteten Menschen brauchten Nahrung und Kleidung, eine Unterkunft und Geldmittel. Daneben sollten die Heimatlosen in den Kirchengemeinden wieder eine Heimat finden.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Fusion von innerer Mission und Evangelischem Hilfswerk

„Die Kirche kann das Diakonische Werk fördern und unterstützen. Sie tut aber gut daran, es mit ihrem behördlich eingerichteten Apparat nicht leiten und verwalten zu wollen. Darum gibt sie dem Diakonischen Werk Selbstständigkeit und die für die Diakonie nötige Freiheit“ (Kirchliches Gesetz über das Diakonische Werk der ev. Kirche in Württemberg, 1969, Vereinbarung II, Seite 229).

Das Diakonische Werk der evangelischen Kirche in Württemberg beginnt am 1.01.1970 mit der Arbeit.

Suchtberatung

Eröffnung der ersten Suchtberatungsstelle

Die erste „Psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstelle für Suchtkranke und Suchtgefährdete“ (PSB) wird in Waiblingen unter der Trägerschaft des ev. Kirchenbezirks eröffnet. 1980 folgt eine Beratungsstelle in Schorndorf.

Zuvor wurde die Suchtberatung durch die Diakonischen Bezirksstellen, zeitweise durch Sprechstunden des Diakonischen Werkes Stuttgart, durchgeführt. Selbsthilfe gab es schon vor der PSB. Diese ist bis heute enger Kooperationspartner.

Im Laufe der Jahre differenzierte sich das Angebot immer weiter aus So wurden Beispielsweise Anfang der 1990er Jahre in Waiblingen eine Präventionsstelle in Waiblingen sowie 1997 mit HORIZONT eine niederschwellige Drogenhilfe für junge Menschen im Rems-Murr Kreis eingerichtet.

Zwischenzeitlich hat die Suchtberatung 14 Mitarbeitende und wird unterstützt von 4 Verwaltungskräften. Jährlich werden im Durchschnitt ca. 1600 Menschen dabei unterstützt einen konstruktiven Umgang mit Suchterkrankung zu finden.

Essen auf Rädern

Start Essen auf Rädern in Waiblingen

In Waiblingen wurde 1979 der Mobile Soziale Dienst für ältere und hilfsbedürftige Menschen ins Leben gerufen. Mit Zivildienstleistenden wurden mobile Hilfen im Haushalt und Garten erbracht, dazu gehörte auch der Winterdienst. Zusätzlich wurden tiefgefrohrene Essen in Wochenkartons an die Kunden ausgeliefert, die sich die Kunden dann im Backofen fertig gegart haben.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Diakoniegesetz

Die Kirche beauftragt das Diakonische Werk und die diakonischen Einrichtungen zur eigenständigen Wahrnehmung der diakonischen Aufgaben im Kirchenbezirk.

Kirchliches Gesetz über die Diakonische Arbeit in der Landeskirche in Württemberg

§ 1 Grundbestimmung
( 1 ) Diakonie ist gelebter Glaube der christlichen Gemeinde in Wort und Tat. Der Glaube antwortet auf die Verkündigung des Evangeliums; er erwächst aus der Liebe Gottes, die in Jesus Christus allen Menschen zugewandt ist. Alle Glieder der Gemeinde sind darum zur Diakonie gerufen. Diakonie sucht den bedrängten Menschen in der Nähe und in der Ferne, um ihm zu helfen. Sie ist bestrebt, auch der Not zu begegnen, die ganze Gruppen von Menschen bedrückt, den Ursachen von Notständen nachzugehen und zu ihrer Behebung – gemeinsam mit den Betroffenen und auch mit anderen Institutionen – beizutragen.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Förderung als Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen

Die Diakonischen Bezirksstellen bieten Eheberatung an – Manche Erkrankungen sind Anzeigen von Lebens- und Eheproblemen: Zitate von Berater und Beraterinnen der Diakonischen Bezirksstelle in Schorndorf 1984:

  • „Berater versuchen, die Klienten auf dem Weg zu Lösungen zu begleiten“.
  • „Wir geben keine Ratschläge. Wir versuchen, daß wir mit dem Betreffenden bildlich gesehen ein Stück weit gehen und ihm dabei helfen, den Weg allein fortzusetzen".
  • „Denn manche Erkrankungen sind Anzeichen von Lebens- und Eheproblemen. Wenn diese beseitigt sind, arbeite vielfach der Darm wieder richtig, die Magenschmerzen seien weg und auch so manches Kopfweh sei beseitigt".
  • „Wenn ein Arzt merkt, er könnte zwar ein Beruhigungsmittel verschreiben, das aber letztlich auch nicht hilft, weil der Patient Eheprobleme hat, dann schickt er unter Umständen die Leute zu uns".
  • „Und Angst, daß über seine Probleme in aller Öffentlichkeit gesprochen wird, braucht auch niemand zu haben. Wir haben Schweigepflicht".

Sozialpsychiatrische Hilfen

Eröffnung des Sozialpsychiatrischen Dienstes

Im Jahr 1988 konnte in Kooperation mit der Caritas der Sozialpsychiatrische Dienst (SPDi) eröffnet werden. Den Start machte im April der Standort Backnang. Im Oktober folgte dann der Standort Waiblingen. In Schorndorf eröffneten die Kolleg/innen der Caritas.

Im Laufe der letzten 32 Jahre gab es verschiedene Büroräumlichkeiten. In Backnang starteten wir in der Sulzbacher Straße. Im Jahr 2000 gab es den ersten Umzug. Es ging in die Stuttgarter Straße. 2009 zogen wir dann weiter an den Burgplatz, ehe wir dann 2014 an unserem heutigen Standort in der Oberen Bahnhofstraße 16 gelandet sind.

Auch in Waiblingen gab es mehrere Umzüge. Der Start war im Haus der Diakonie in der Theodor-Kaiser-Straße. 1993 zogen wir dann in die Oppenländer Straße. Dort waren wir nur kurz, denn 1995 ging es in die Goethestraße. Mit dem Neubau des Forums Diakonie und Kirche sind wir 2018 in der Heinrich-Küderli-Straße 61 eingezogen.

Essen auf Rädern

Schwerpunkt Warmauslieferung

Im Laufe der Zeit haben sich die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden geändert, die Übernahme von Mobilen Dienstleistungen war rückläufig, ebenso die Nachfrage nach Kaltessen. Stattdessen wurde Warmessen nachgefragt. So wurden in Waiblingen Konvektomaten und Thermobehälter beschafft um die Kunden täglich mit Warmessen beliefern zu können.

Jugendmigrationsdienst

Osteuropäische Aussiedler

Aus den Ländern Rumänien, Polen und aus den ehemaligen Sowjetrepubliken imigrieren Menschen mit deutschen Wurzeln. Die Regierung reagiert zur Begleitung der einreisenden Jugendlichen und Jungen Erwachsenen mit der Gründung so bezeichneter JGW Jugendgemeinschaftswerke. Die JGW Fachkräfte sind für die sozialpädagogische Begleitung im Verlauf der Schulischen, Bildungs- und Ausbildungs sowie gesellschaftlichen Integrationsprozesse zuständig.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Trauerarbeit

Die Arbeit mit Trauernden beginnt bereits in den 90er Jahren. Inzwischen gibt es unterschiedliche Wege Menschen in ihrer Trauer zu begleiten.

Zitate von Teilnehmenden einer Trauergruppe:

  • „Es wird auch gelacht und viel geweint“.
  • „Man ist am Anfang bloß ein halber Mensch“.
  • „Man lernt, mit dieser Wunde zu leben“.
  • „Es wird zur Wahrheit, ewig allein zu sein“.
  • „Die Verwandtschaft hat oft Angst, alte Wunden aufzureißen“.

Sozialpsychiatrische Hilfen

Eröffnung der Tagesstätte TABEA

1999 öffnete unsere Tagesstätte ihre Pforten. Dabei steht der Name TABEA für Tagesstruktur, Begegnung, Arbeit. Und genau das wird (wochen)täglich seit über 20 Jahren angeboten. Wir sind für unsere Besucher und Besucherinnen fester Bestandteil ihres Alltags, bieten Raum zur Begegnung, haben Kontakt zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung und können dort eine stundenweise Beschäftigung anbieten. Die unmittelbare Nachbarschaft zur Werkstatt bietet den dort Beschäftigten auch die Möglichkeit, einfach mal auf einen Kaffee bei uns vorbeizuschauen.

Und nicht zuletzt kochen wir für und mit unseren Besuchern jeden Tag ein Mittagessen, das durchschnittlich von 20 – 25 Personen bestellt und gemeinsam gegessen wird.

Am Nachmittag wird dann zusammen geredet, gespielt, gebastelt, auch mal Spazieren gegangen oder ein Ausflug gemacht. Ganz wichtig ist uns die Niederschwelligkeit unseres Angebotes. Jede und jeder wird so akzeptiert, wie sie oder er ist, ohne sich verstellen zu müssen.

Suchtberatung

Einrichtung Konsiliardienst

1999 wurde, in Kooperation mit der Fachklinik Wilhelmsheim, der Konsiliardienst in den Jobcentern des Rems-Murr-Kreises eingeführt. Der Tatsache, dass ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und der Entwicklung einer Suchtmittelabhängigkeit besteht, wurde Rechnung getragen.

Ziel des Konsiliardienstes ist die niederschwellige Beratung im Jobcenter, die Vermittlung ins Suchthilfesystem, die enge Zusammenarbeit mit den Arbeitsvermittlern, um Menschen im ALG II Bezug zu unterstützen sich ins Erwerbsleben zu integrieren und suchtmittelfrei zu leben.

Sozialpsychiatrische Hilfen

Erweiterung der Angebote

Aus der Rems-Murr-Rundschau vom 22.12.2001:

Suchtberatung

Ambulante Rehabilitation Sucht

Nachdem zuvor die ambulante Rehabilitation mit einer Zulassung über das Diakonische Werk in Württemberg durchgeführt wurde, erhielt als eine der ersten PSBn in Württemberg die PSB Schorndorf am 01.12.2003 die Zulassung als ambulante Behandlungsstelle für die Entwöhnungsbehandlung Abhängigkeitskranker. Die PSB Waiblingen sollte 2005 folgen. Seither werden suchtkranke Menschen mit Einbeziehung ihrer Angehörigen an beiden Stellen in einem alltagsnahen Behandlungsangebot von bis zu 18-monatiger Dauer behandelt, das in Form von sogenannter Kombitherapie auch als bis zu einem Jahr lang mit einer stationären Behandlungsphase verbunden werden kann. Die in enger Verzahnung von Gruppen- und Einzeltherapie gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse können so unmittelbar im Alltag der Menschen erprobt und integriert werden.

Jugendmigrationsdienst

JGW wird JMD

Die JGW werden zu den heutigen JMD umbenannt. Dies Ganze im Rahmen der Erarbeitung eines Interkulturellen Öffnungsprozess.

Die JMD-Gründung folgte dabei stringent einem stetigen Wandel in der Zielgruppe. Die Zuzugszahlen der Spätaussiedlerfamilien und auch jungen Menschen aus den Osteuropäischen Ländern ging stark zurück, es griff aber zunehmend eine gesellschaftliche Erkenntnis bzw. Anerkenntnis von der tatsächlichen Rolle Deutschlands im europäischen Migrationsgeschehen um sich Deutschland ist ein Ein- bzw Zuwanderungsland.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Einführung von Hartz IV

Das Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich oft Hartz IV genannt, ist die Grundsicherung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Das ALG II wurde zum 1. Januar 2005 in Deutschland eingeführt. Grundlage ist die Zusammenlegung der Leistungen der Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Sie gewährt erwerbsfähigen Hilfebedürftigen eine Grundsicherung auf Sozialhilfeniveau.

Die Existenzsicherende Beratung bietet Unterstützung im Umgang mit Behörden und Anträgen an.

Suchtberatung

Einrichtung Liaisondienst

Am 01.07.2005 gelang mit der Implementierung des Liaisondiensts in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf die enge Verzahnung einer Institution der medizinischen Basisversorgung mit dem Suchthilfesystem. Dies ist insofern wünschenswert, als ein bedeutender Anteil von Patienten wegen alkoholassoziierter Krankheiten im Krankenhaus behandelt wird. Wobei medizinische Maßnahmen nur unzureichend gelingen, so lange Patienten Alkohol trinken. Eine Mitarbeiterin der PSB hat dort feste Sprechzeiten und ist integrierter Bestandteil des ärztlichen Teams. Sie bietet Patienten mit regelmäßigem Alkoholkonsum Gespräche an, um deren jeweiliges Verhalten zu reflektieren, sie hinsichtlich einer Verhaltensänderung zu motivieren und bei Bedarf in Behandlung zu vermitteln.

Schuldnerberatung

Beginn der Schuldnerberatung in Schorndorf

im Rahmen der Lebens- und Sozialberatung wurden schon immer finanzielle Themen der Klienten bearbeitet. Häufig wurden Verhandlungen mit Gläubigern und Ratenzahlungen vereinbart. Ab 2005 wurde die Schuldnerberatung als eigenständiges Arbeitsfeld aufgebaut.

Die Beratung hat dabei folgende Schwerpunkte:

  • Erstellung von Ein- und Ausgaberechnungen
  • Erarbeitung von außergerichtlichen Einigungsversuchen mit den Gläubigern
  • Beantragung von gerichtlichen Schuldenbereinigungsplänen
  • Begleitung ins Insolvenzverfahren.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Kuren für Mütter und Väter sind Pflichtleistungen

Das Müttergenesungswerk steht seit den 1950er Jahren für Hilfsangebote für überlastete Mütter, die nach dem Krieg eine nachhaltige Erholung brauchten. Mit den Jahren hat sich das Angebot weiterentwickelt und spezialisiert. 1989 wurden Kurmaßnahmen als Regelleistung im Sozialgesetzbuch aufgenommen, seit 2007 sind sie Pflichtleistungen der Krankenkasse.

Die psychosoziale Kur- und Gesundheitsberatung beim Kreisdiakonieverband begleitet und berät Mütter und Väter, die sich im Familien- und Erziehungsalltag gesundheitlich beeinträchtigt fühlen.

Schuldnerberatung

Einbindung Ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Schuldnerberatung

Um den steigenden Klientenzahlen gerecht zu werden wurden ab 2007 auch ehrenamtliche Mitarbeitende für die Schuldnerberatung tätig. Die Mitarbeitenden hatten damals häufig einen kaufmännischen oder betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Ziel dieser Mitarbeitenden war es, sich mit dem Klienten gemeinsam einen Überblick über die aktuelle Schuldensituation und über die wirtschaftliche Lage des Haushalts zu machen. Dabei wurden auch Einsparpotentiale aufgezeigt.

Gemeinsam mit den Fachkräften wurden dann die möglichen Lösungswege besprochen und weiterverfolgt. Die Ehrenamtlichen haben dazu beigetragen, dass mehr Klienten beraten werden konnten.

Kreisdiakonieverband

Gründung des Kreisdiakonieverbandes Rems-Murr-Kreis

Die diakonischen Angebote bündeln, fachliche Kompetenzen und Ressourcen zielgerichtet nutzen. Mit diesem Ziel haben die drei evangelischen Kirchenbezirke im Rems-Murr-Kreis im Jahr 2008 ihre Bezirksstellen zusammengeführt und den Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet.

Die Wurzeln werden im Logo sichtbar. Im Zentrum steht das Kronenkreuz als Zeichen der Diakonie. Die Flächen um das Kronenkreuz symbolisieren die drei Kirchenbezirke Backnang, Waiblingen und Schorndorf. Kirche und Diakonie gehören zusammen, dies zeigen die Farben Lila und Hellblau im Signet.

Jugendmigrationsdienst

Beginn offensiv intensiver Projektarbeit beider JMD

Diese entwickelte sich seit 2009 zu unserem Erfolgsschlüssel. Projektarbeit ermöglichte passgenaue Angebote und ermöglichte den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrantionshintergrund beachtliche Erfolge. Erfolgreiche Schul-, Berufs- und Studienabschlüsse wurden erreicht und viele wohnen und leben gesellschaftlich integriert.

Kreisdiakonieverband

Wechsel in der Geschäftsführung

Im Jahr 2011 ist Heinz Franke, Geschäftsführer und Mitbegründer des Kreisdiakonieverbandes, in den Ruhestand getreten. Mit Gerhard Rall verantwortet seitdem ein studierter Sozialpädagoge, Diakon und Netzwerker die Geschäfte des Kreisdiakonieverbandes. In zahlreichen Gremien auf Landesebene und im Rems-Murr-Kreis setzt er sich anwaltschaftlich für die Belange der Menschen ein, die gesellschaftlich am Rande stehen, arm sind und Hilfe brauchen.

Schuldnerberatung

Anerkennung als "geeignete Stelle"

Mit Beschluss vom 27.06.2011 wurde die Schuldnerberatung des Kreisdiakonieverbandes vom Amtsgericht Stuttgart als geeignete Stelle im Sinne von § 305 InsO, § 1 II AG-InsO-BW anerkannt.

Durch diese formale Anerkennung wird bestätigt, dass die personellen, fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen einer qualifizierten Schuldnerberatungsstelle erfüllt sind. Des weiteren berechtigt diese Anerkennung, Fallpauschalen beim Regierungspräsidium abzurechnen.

Somit konnten wir ab 2011 die außergerichtlichen Einigungsversuche über Fallpauschalen gegenüber dem Regierungspräsidium abrechnen. Allerdings liegen diese Fallpauschalen noch weit unter den Sätzen die die Rechtsanwälte über die Prozesskostenhilfe erstattet bekommen, so dass diese Fallpauschalen nur einen minimalen Anteil unserer Kosten decken können.

Essen auf Rädern

Wegfall der Wehrpflicht

Durch den Wegfall der Wehrpflicht mussen wir unsere Personalplanung komplett umstellen. Anstatt einen "Zivi" benötigen nun 3 "Mini-Jobber". Derzeit beschäftigen wir im Fahrdienst 23 Mitarbeitende und liefern täglich über 200 Warmessen aus.

Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung

Onlineberatung

Seit 2012 gibt es die Möglichkeit die Paar-, Familien- und Lebensberatung als Onlineberatung in Anspruch zu nehmen. Klientinnen und Klienten können ihr Anliegen schriftlich formulieren und sich anonym an die Beratungsstelle wenden. In der Regel antworten die Beraterinnen und Berater innerhalb 2-3 Tagen.

Kreisdiakonieverband

Dienststellen in Backnang und Schorndorf an neuem Standort

Bei Menschen in schwierigen Lebenslagen kommt ein Problem meist nicht allein. In Backnang und Schorndorf mussten Ratsuchende die Beratungsstellen des Kreisdiakonieverbandes oft an unterschiedlichen Standorten aufsuchen. Mit dem Umzug in neue Dienststellen sind nun seit 2014 an beiden Standorten alle Beratungsangebote unter einem Dach anzutreffen. Im Sinne der Klienten arbeiten die Beraterinnen und Berater der einzelnen Fachbereiche durch die räumliche Nähe noch enger zusammen.

Migration und Flüchtlingshilfen

Einstieg in die Flüchtlingshilfe

Durch den starken Zuzug der Geflüchteten in 2015 konnten wir als freier Träger mit in das Arbeitsfeld der Flüchtlingshilfe einsteigen. Nach und nach wurde uns die Sozialbetreuung von geflüchteten Menschen zunächst in Rudersberg, Winterbach, Urbach, Weinstadt und Plüderhausen anvertraut. Die Begleitung von zwei Familien aus dem Sonderkontingent Nord-Irak wurde übernommen. Das Zentrum für Internationale Begegnungen wurde in Kooperation mit der Stadt Schorndorf eröffnet. Darüber hinaus konnte eine Mitarbeiterin zur psychosozialen Beratung von geflüchteten Menschen, mit traumatisierten Erlebnissen, gewonnen werden.

Sozialpsychiatrische Hilfen

Der Krisen-, Klärungs- und Vermittlungsdienst startet

Im Jahr 2016 startet unser Krisen-Klärungs- und Vermittlungsdienst (KKV) zunächst als befristetes Projekt. Der KKV wird in Kooperation mit der Caritas und dem Gesundheitsamt des Landkreises realisiert und ermöglicht eine zeitnahe Unterstützung in Krisensituationen. Er richtet sich vor allem an Menschen, die bislang den Weg ins Hilfesystem noch nicht gefunden bzw. benötigt haben.

Dieses Angebot entwickelte sich rasch zu einem unverzichtbaren Teil des Hilfeangebotes im Kreis, sodass der Kreistag beschloss, es ab 2019 als Regelangebot zu finanzieren. Die enge Vernetzung mit dem Gesundheitsamt und den dortigen Ärzten ermöglicht eine schnelle und passgenaue Intervention in der Krise. In vielen Fällen lässt sich so eine Einweisung ins Zentrum für Psychiatrie vermeiden.

Betroffene können dies in vielen Fällen als Unterstützung erleben. Sie fühlen sich mit ihren Bedürfnissen ernst genommen.

Migration und Flüchtlingshilfen

Aufbau der kirchlichen Flüchtlingshilfe

In den Kirchenbezirken Schorndorf, Waiblingen und Backnang konnten drei Stellen geschaffen werden, um Ehrenamtliche in ihren Aufgaben begleiten zu können. In der Zeit des massiven Zuzugs und darüber hinaus wäre die Aufgabe ohne freiwillig soziales Engagement nicht zu bewältigen gewesen. Für alle Unterstützung sind wir sehr dankbar. Nicht zuletzt der Landeskirche, die zwischenzeitlich die Stellenfinanzierung bis Ende 2023 zugesichert hat. Neue bedarfsgerechte Schwerpunkte werden gesetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei die geflüchteten Menschen – auch mit unsicherer oder keiner Bleibeperspektive -, die Potentiale von Kirchengemeinden, sowie das gesellschaftliche Umfeld.

Schuldnerberatung

Kooperation/Übernahme der Kommunalen Schuldnerberatungen

Im Jahr 2017 wurden mit den Städten Schorndorf und Weinstadt Kooperationen im Bereich der Schuldnerberatung geschlossen.

Die Stadt Schorndorf betreibt selbst noch eine „städtische“ Schuldnerberatung mit Ehrenamtlichen und wollte hier eine enge Anbindung an unsere Schuldnerberatungsstelle. Somit waren Vertretungen, kollegialer Austausch und auch Teilnahme an internen und externen Fortbildungen sichergestellt.

In Weinstadt hat sich die Stadt ganz aus der Schuldnerberatung zurückgezogen und den Bereich an den Kreisdiakonieverband übergeben. Der ehrenamtliche Mitarbeiter der seit vielen Jahren für die Stadt Weinstadt gearbeitet hat ist jetzt beim Kreisdiakonieverband tätig und wird dort von weiteren Mitarbeitenden unterstützt. Die Sprechstunde in Weinstadt findet wie gewohnt mittwochs statt.

Die beiden Kooperationen haben trotz ihrer Unterschiedlichkeit ein Ziel: Menschen in finanziellen Notlagen ein Hilfsangebot zu unterbreiten.

Kreisdiakonieverband

Leitbild wird verabschiedet

Unser Leitbild, das uns den Rahmen für unser sozialdiakonisches Handeln gibt, haben wir in einem Prozess mit allen Mitarbeitenden entwickelt.

  • Präambel
    Unsere Kraft und Würde beziehen wir aus der Liebe Gottes zu uns Menschen, die in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Diese Haltung bestimmt unser Handeln.
  • Diakonie und Kirche
    Diakonie ist für uns gelebter christlicher Glaube in Wort und Tat.
  • Der Mensch im Mittelpunkt
    Nach biblischem Zeugnis ist jeder Mensch Ebenbild Gottes, unabhängig von Religion, Herkunft, und Geschlecht.
  • Gemeinwesenorientierung
    Wir nehmen gesellschaftspolitische Verantwortung wahr und setzen uns für die Teilhabe aller Menschen ein.
  • Verantwortliches Miteinander
    Wir gehen als Dienstgemeinschaft verantwortlich und wertschätzend miteinander um.
  • Professionalität
    Die Kompetenzen der Mitarbeitenden sind Basis für die Qualität unserer Arbeit.
  • Wirtschaftlichkeit
    Wir setzen alle Ressourcen verantwortungsbewusst ein.

Vollständiges Leitbild

Migration und Flüchtlingshilfen

Übernahme des Integationsmanagements

Mit dem Pakt für Integration fördert das Land und die Kommunen Flüchtlingssozialarbeit, das sog. Integrationsmanagement. Geflüchtete Menschen, die bereits in Anschlussunterbringungen wohnen, sollen durch Beratung und Begleitung gezielt unterstützt werden. Zwischenzeitlich wurden hierfür Mittel für fünf Jahre zur Verfügung gestellt. Die Geflüchteten nehmen das freiwillige Angebot gerne an, um für Fragen ihres Lebens in Deutschland, Antworten zu kommen. Die Erarbeitung von individuellen Integrationsplänen kann dabei helfen.

Kreisdiakonieverband

Eröffnung des Neubaus „Forum Diakonie Kirche“ in Waiblingen

„Forum Diakonie Kirche“ steht am Eingang zum Neubau, in dem seit 2018 in Waiblingen die Fachdienste, Geschäftsführung und Verwaltung des Kreisdiakonieverbandes anzutreffen sind. In den Neubau eingezogen sind auch verschiedene Dienste der Kirchenbezirke Backnang, Waiblingen und Schorndorf.

Probleme kommen selten allein - Klienten, die früher verschiedene Beratungsstellen in Waiblingen aufsuchen mussten, finden nun alle Hilfsangebote an einem Standort. Die Mitarbeitenden in der Beratung können durch die räumliche Nähe noch enger für die Interessen der Klienten zusammenarbeiten.

Migration und Flüchtlingshilfen

Schaffung des Fachbereiches Migration und Flüchtlingshilfe

Nach einer Phase des des ANKOMMENS der Zugezogenen im Jahr 2015 war bald klar, dass auch neue Phasen gestaltet werden müssen, damit INTEGRATION gelingen kann. Diesen Herausforderungen möchte sich der Kreisdiakonieverband stellen, in dem auch zukünftig Geflüchtete adäquat betreut werden sollen. 2020 waren hierfür bereits 14 Mitarbeitende angestellt. Mit der Neugründung des Fachbereichs erhält diese Arbeit auch weiterhin einen festen Platz innerhalb der Organisation.